Der Fraktionsvorsitzende Matthias Jung informiert über die aktuelle Lage in Sachen Kunstrasenplätze:

„Um die Anlagen nutzen zu können, brauchen die Sportler die sogenannte Füllung. Die Funktion ist ähnlich der Erde unter natürlichem Rasen, sie dämpft und schützt Spieler vor Verletzungen und dient der Stabilität der Kunsthalmen. Auf jedem Kunstrasenplatz liegen etwa 35 Tonnen Füllmaterial. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik haben in einer Studie festgestellt: Sportplätze mit Kunstrasen sind eine der größten Quellen von Mikroplastik. In Deutschland seien sie pro Jahr "für geschätzt bis zu 10.000 Tonnen Mikroplastik in der Umwelt" verantwortlich. Deswegen wird über ein Verbot auf EU-Ebene nachgedacht.“
Jung fährt fort: „In Kenntnis dieser Ausgangslage haben wir vor Ort Glück, der älteste städtische Kunstrasenplatz in Garbenteich soll nächstes Jahr mit Fördermitteln saniert werden. Bereits beim damaligen Bau des Platzes wurde auf umweltschädliche künstliche Füllmaterialien verzichtet. Es wurde natürlicher Quarzsand eingesetzt, welcher keinerlei Umweltprobleme hervorruft.
Für uns steht fest, dass wir auch bei der Sanierung des Platzes weiterhin auf ein umweltfreundliches Füllmaterial setzen werden. Welche Materialien sich als Füllung anbieten, wird der Magistrat prüfen und allen Stadtverordneten vorschlagen. Die aktuelle Beschlusslage bei den Haushaltsberatungen lässt keinen Raum für anderes Denken. Bürgermeister Schöffmann hatte danach zu Protokoll erklärt, dass vor einer Erneuerung der Kunstrasenplätze die Landesregierung kontaktiert und um Stellungnahme über die Art der zu verwendenden Füllung gebeten wird. Die Antwort sollte vor Beginn einer Sanierung zunächst abgewartet und in den Ausschüssen beraten werden. Eine weitere Befassung mit Verbotsanträgen in Sachen Sanierung unserer Kunstrasenplätze ist nicht erforderlich.“
Der Parteivorsitzende der Christdemokraten Reiner Leidich findet klare Worte in Richtung der Grünen: „Die Beantragung eines Moratoriums zu den Kunstrasenplätzen ist das Ergebnis des guten Wahlergebnisses der Grünen bei der Europawahl. Dazu muss man ihnen gratulieren. Die CDU hat ihre Kompetenzen nicht genug vermitteln können und deshalb die Europawahl mit einem eher bescheidenen Ergebnis abgeschlossen. Die Forderung der Grünen einen Entscheidungsaufschub für die Sanierung unserer Kunstrasenplätze zu fordern, ist der untaugliche Versuch sich bei Umweltfragen als die einzig Vernünftigen vermarkten zu wollen. In Pohlheim wird kein Geld für eine nicht sachgerechte Sanierung verbrannt. Stenzel und Co. sollten diese Realitäten zur Kenntnis nehmen und es unterlassen etwas anderes vermitteln zu wollen. Den Grünen Antrag werden wir ablehnen, weil er am bestehenden guten Beschluss absolut nichts ändert. Die Grünen sollten über eine Zurücknahme nachdenken.“

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